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Zwei Tore erzielt, eins vorbereitet: Deniz Undav dürfte bei seiner Testspiel-Gala gegen Finnland auch seinen Chef-Kritiker Julian Nagelsmann überzeugt haben. Der Stürmer musste aber angeschlagen vom Feld.
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Beim hochverdienten 4:0 (1:0) gegen den 73. der FIFA-Weltrangliste am Sonntagabend (31.05.2026) in Mainz erzielte der VfB-Stürmer das 1:0 und das 3:0 (34./57. Minute). Der zweite Treffer dieser Partie ging auf das Konto von Florian Wirtz (48.), Jamal Musiala besorgte den Endstand (63.). Mit Blick auf die bevorstehende WM in den USA, Kanada und Mexiko gab es neben der Top-Leistung von Undav weitere wichtige Erkenntnisse: Bayern-Youngster Lennart Karl überzeugte auf der rechten Außenbahn, auf der linken Abwehrseite erwies sich Nathaniel Brown als gute Alternative zu David Raum.
Die Finnen hatten die Teilnahme an der Weltmeisterschaft durch Rang drei in ihrer Qualifikationsgruppe G hinter den Niederlanden und Polen verpasst - unter anderem durch ein peinliches 0:1 gegen Malta am 14. November 2025. Dem DFB-Team machten sie es aber von Beginn an enorm schwer, igelten sich mit allen zehn Feldspielern im oder am eigenen Strafraum ein und ließen der Mannschaft von Julian Nagelsmann nur wenig Raum zum Kombinieren.
Das perfekte Mittel gegen den finnischen Beton fanden die Deutschen aber in der 7. Minute: Über Florian Wirtz und Brown wurde die Gästeabwehr ausgehebelt. Browns präzises Zuspiel landete im Zentrum bei Undav, der per Direktschuss das freie linke Eck anvisierte - doch der Ex-Leverkusener Lukas Hrádecký parierte den Ball mit einem Riesenreflex.
Bis zur 20. Minute hielt der Dauerdruck des DFB-Teams an, das Tempo war hoch, der Ball zirkulierte über Felix Nmecha, Aleksandar Pavlovic und die offensiven Außenbahnen mit Lennart Karl rechts und Wirtz links durchaus ansehnlich. Doch gefährliche Abschlüsse gab es kaum, immer wieder bekamen die Finnen noch einen Fuß dazwischen oder blockten bereits die Hereingaben. In der 27. Minute war dann Hrádecký nach einem Steilpass von Jamal Musiala wieder gefragt, verkürzte aber gegen den frei vor ihm auftauchenden Undav perfekt den Winkel.
Erst ein Standard brachte dann die längst überfällige Führung: Karl und Joshua Kimmich führten eine Ecke schnell aus, Pavlovic verfehlte im Zentrum den Ball, irritierte dadurch aber die finnische Abwehr, die Undav aus den Augen verlor: Aus dem Stand köpfte der von Nagelsmann lange kritisch bewertete Mittelstürmer unhaltbar ins linke Eck. Sechs Minuten vor der Pause hätte Brown das 2:0 nachlegen können, der Frankfurter schob den Klasse-Pass von Karl aber knapp neben den linken Pfosten.
Kurz nach dem Wiederanpfiff war Hrádecký aber dann doch geschlagen: Seinen Abwurf wollten die Abwehrrecken Ville Koski und Adam Markhiev spielerisch verarbeiten, bekamen aber kein Tempo in ihr Passspiel. Undav ahnte das, ersprintete die Kugel und passte sofort in die Mitte - Wirtz musste nur noch einchippen.
Und Undav betrieb weiter Eigenwerbung im Konkurrenzkampf mit Nick Woltemade oder auch Kai Havertz, der wegen des verlorenen Champions-League-Endspiels mit dem FC Arsenal gegen Paris St. Germain am Vorabend noch fehlte. Nach einer knappen Stunde eroberte Nmecha den Ball im Mittelfeld, schickte Karl auf die Reise, der einen überragenden Pass in die Tiefe spielte: Undav blieb vor Hrádecký eiskalt und traf zur Vorentscheidung. Bei seinem Abschluss bekam er allerdings noch eine wilde Grätsche von Innenverteidiger Tony Miettinen ab - und musste kurz danach verletzt ausgewechselt werden.
Deutschand legte dennoch sofort nach. Karl verlor bei einem seiner vielen erfrischenden Dribbling zwar den Ball, Pavlovic schaltete aber schnell und bediente Musiala, der mit einem trockenen Vollspannschuss aus zwölf Metern Hrádecký vor vollendete Tatsachen stellte. Erst danach nahm Deutschland den Fuß vom Gaspedal, hätte aber durch Maximilian Beier und Nadiem Amiri in der Nachspielzeit durchaus noch das 5:0 nachlegen können.
Startaufstellungen:
Deutschland: Baumann - Kimmich, Tah, N. Schlotterbeck, Brown - Pavlovic, F. Nmecha, Karl, Musiala, Wirtz - Undav
Trainer: Julian Nagelsmann
Finnland: Hradecky - Alho, Koski, T. Miettinen, Mahuta - Suhonen, Markhiev, Lod, Walta, Keskinen - Källman
Trainer: Jacob Friis
Schiedsrichter: Matheus Delgado Candancan